Der Wortlaut der Sendung
Überleitung (Moderation) und das Gedicht "Lob eines Baches"
(Anneliese) sowie die Abmoderation
Anne:
Das Hören ist für blinde und sehbehinderte Menschen
nicht nur quasi Ersatz für das fast oder ganz ausgefallene
Sehen, sondern kann auch Freude spenden in akustischen Erlebnissen.
Otto:
Dazu gehört nicht nur Musik, sondern auch das aufmerksame
Belauschen der Natur.
Anneliese:
Lob eines Baches.
Eipenke im Harze, bist wohl mir vertraut. Begleitest mein Weglein mal
leis und mal laut. Ziehst alle Register, wies Bäche nur tun:
das Plätschern und Gurgeln und Donnern ohn ruhn. Es jagen die
Wellen über Stock, Fels und Stein. Sie singen und poltern und
murmeln ganz fein. Es klingt fast wie Worte. Ach könnt ichs
verstehn. Verhalt meinen Schritt, hör des Windes wehn. Dort
schimpft lang der Kleiber, die Kohlmeise singt. Erahnen nur kann ich,
was alles da klingt. Ich laß mich verzaubern und bin jetzt
ganz ohr. Die Welt ist vergessen in diesem Chor. Eipenke, du schnelle.
Ich lausch dir so gern. Wie immer du tönest: Ich schweigend
nur lern wie wohl mich dein Flüstern und Brausen
umhüllt, mein Sehnen nach lauschiger Einsamkeit stillt. Und
glitzert ein Sonn- oder Mondstrahl auf dir, ein funkelnd und
schäumend Paradiesstück, deucht mir. Im
Spätherbst dein Wasser verschwunden war. Doch bracht es der
Winter zurück: sprudelnd klar. O bleib uns erhalten durch alle
die Zeit und unsere Schritte an deinem Bett stets begleit.
Simone:
Diese Sendung des Blinden- und Sehbehindertenvereins in Bonn wurde
gefördert von der Landesanstalt für Rundfunk NRW und
aufgezeichnet in der Radiowerkstatt Raspel, Siegburg.
Otto:
Es sprachen:
jeder selbst:
Ina Jonas,
Marlis Hark,
Irene Schmidt,
Anneliese Useldinger
und der Otto Cohrs.
Und tschüß.
zurück
zum vorherigen Teil
zurück
zur Übersicht